Bodenbeläge

Verwendungsbereiche und Nutzungsintensität von Bodenbelägen werden gemäß DIN EN ISO 10874 klassifiziert. Hier geht es allein um eine rein "mechanische" Beanspruchung. Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit bleiben von dieser Einteilung unberührt.

Für ein gesundes und nachhaltiges Innenraumklima spielt deswegen einmal mehr die Auswahl des geeigneten Bodenbelags eine wesentliche Rolle. Grundsätzlich zählen Bodenbeläge zu den oberflächennahen Bauprodukten, denen wegen etwaiger gesundheitsgefährdender Stoffe und einer möglichst sortenreinen Verwertung besondere Aufmerksamkeit zukommt. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen setzen sich hier positiv ab.

Umweltbilanzen für Bodenbeläge sind zuverlässige und unabhängige Quellen für eine sachliche Auswertung der Umweltbelastungen, die durch einen Bodenbelag, entstehen können. Dafür werden alle benötigten Rohstoffe, Energien und Abfälle ermittelt, die aus der Natur entnommen und an die Umwelt abgegeben werden.

Umweltbilanzen gewichten und analysieren alle Umwelteinflüsse über den ganzen Lebenszyklus eines Produktes – vom Einkauf der Rohstoffe bis hin zur Abfallbeseitigung. Ziel einer Umweltbilanz (engl. auch LCA – Life Cycle Assessment) ist es zudem, die Einflüsse beispielsweise auf die Klimaänderung, den Ozonschichtabbau, die Versauerung von Böden und Gewässern oder die Überdüngung zu analysieren.

Vergaberechtlich fließen in den Preis die gesamten Lebenszykluskosten ein. Dazu gehören u.a. auch Langlebigkeit, Reinigungsmöglichkeiten und Strapazierfähigkeit.

Für konventionelle Bodenbeläge wie PVC, Kunststoffteppiche oder Synthesekautschuk sind Umweltbilanzen sehr aufschlussreich, da sie umweltproblematische Auswirkungen wie einen hohen Energieverbrauch oder gefährlichere Innenraumemissionen, aber auch vermehrte Recyclingrisiken mit sich bringen können und in der Regel mehr Problemstoffe beinhalten als Beläge aus nachwachsenden Rohstoffen.

Da vielfach nicht nur der Bodenbelag selbst Belastungen enthält, sondern auch die verarbeiteten Klebstoffe, sollten empfindliche Menschen in jedem Falle auf eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe (EPD) achten. Auch in einer Leistungsbeschreibung können entsprechende Formulierungen aufgenommen werden.

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